Auf in die zweite Hälfte!

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Echt Wahnsinn, wie schnell die Zeit vergeht.
Ich weiß noch sehr genau, wie wir vor fast sechs Monaten nach anstrengenden und aufwühlenden Stunden im Flugzeug in Entebbe angekommen sind und von einer ganz aufgeregten und motivierten Maike abgeholt und nach Kampala gebracht wurden.

Jetzt liegt sogar schon das damals noch so weit entfernt gewesene Zwischenseminar hinter uns.
Vor ca. zwei Wochen haben wir uns nämlich alle wieder in Kampala getroffen, um die letzten Monate zu reflektieren, uns über Erlebtes auszutauschen und gemeinsam mit unseren Mentoren, die für zwei Tage gekommen sind, zu überlegen, wie die kommende Zeit aussehen wird. Auch Inga aus dem Welthungerhilfe Büro in Bonn war mit dabei, sie und Maike haben für uns eine tolle Seminarwoche auf die Beine gestellt.
Für uns heißt es jetzt also: Auf in die zweite Hälfte!

Und die hat für mich auch schon richtig gut begonnen. Mit neuer Motivation, neuen Aufgaben bei YAWE und einem neuen Tagebuch (da mein erstes schon keine leere Seite mehr hat) starte ich in die nächsten sechs Monate.

Neben den Aufgaben an der Webseite und der Vorbereitung von Life skills werde ich ab jetzt regelmäßig Berichte und sog. Success Stories über die verschiedenen Berufsausbildungsplätze, die YAWE anbietet, schreiben und Jugendliche, die davon profitieren, besuchen und interviewen.
Erst seit Kurzem hat YAWE auch den Community Tourism, bei dem man die Möglichkeit hat, zusammen mit YAWE Touren durch ganz Uganda zu machen. Dort werde ich ein bisschen beim Markting aushelfen.
Und auch beim Peer Education Program werde ich mich beteiligen. Dabei bilden wir an zehn Schulen jeweils zehn Schüler und einen Lehrer aus, die später Ansprechpartner und Experten an ihren Schulen sein wierden in den Gebieten HIV/AIDS und Ernährung.
Worauf ich mich besonders freue, sind die Musikstunden, die ich ab jetzt jeden Samstag geben werde. Das heißt ich werde allen Interessenten Gitarrenunterricht geben und beibringen, wie man Noten liest. Vielleicht besteht sogar die Möglichkeit, nachdem ich ein paar Unternehmen angefragt habe, ein kleines Keyboard gesponsert zu bekommen.

Vor Kurzem hatte ich dann auch meine erste Gitarrenstunde. Die ist aber leider etwas schiefgegangen. YAWE hat drei Akustikgitarren und eine E-Gitarre. Da ich bisher nur Erfahrungen habe mit Akustikgitarren, habe ich mir diese drei und zwei interessierte Schüler geschnappt und habe mich zusammen mit ihnen nach draußen auf eine Mauer gesetzt.

Das Problem war dann allerdings, dass alle drei Gitarren auf das Schlimmste verstimmt waren.
Und YAWE hat weder ein Stimmgerät, noch einen Gitarrenstimmer, noch ein Keyboard o.Ä., mit dem man hätte stimmen können.
Also habe ich mit einem Smartphone und einem darauf schlechten „Handy-Klavier“ versucht, die Dinger irgendwie zu stimmen. Dabei sind mir dann ganze zwei Saiten gerissen.

Daraufhin habe ich neue Gitarrensaiten ausfindig machen können und in einer kleinen Kirche mitten in der Stadt einen Experten gebeten, diese auszuwechseln und, wenn möglich, auch gleich die Gitarren neu zu stimmen. Gesagt getan.
Und dann habe ich das Keyboard entdeckt. Direkt neben einem Schlagzeug und einer E-Gitarre.
Im Nachhinein hat sich das kleine Missgeschick doch nicht als so schlimm erwiesen. 😉

Momentan hat YAWE auch das ‚Bakery-Project‘, bei dem es darum geht, neue Ausbildungsplätze für Jugendliche und junge Erwachsene in der Bakery und auch im dortigen Hairdressing Salon zu schaffen. Um das Medical Centre im alten Gebäude auszubauen und zu erweitern, werden außerdem auch die Offices auf das Bakery-Grundstück hinverlegt.
Bin sehr gespannt, ob das soweit fertig wird, dass wir umziehen können, wenn ich noch da bin.

Jetzt freue ich mich aber erstmal auf die kommende Zeit und bedanke mich an dieser Stelle für
ERSTENS: Alle, die mich mit einer Spende auf mein weltwärts-Konto und auch durch die Spendenaktion meiner Mutter in ihrer Praxis (Danke an Dich, Mama!) direkt an YAWE unterstützt haben. Ich war total positiv überrascht, als ich von meinem Spendenstand bei der Welthungerhilfe gehört habe, denn dort sind bis jetzt 1.120 Euro angekommen. -Vielen vielen Dank Euch!
ZWEITENS: Allen lieben Menschen (in Uganda und in Deutschland), die dieses Jahr möglich gemacht, mich dabei in jeglicher Form unterstützen und diese letzten Monate so besonders und unvergesslich gemacht haben!

 

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2 Comment

  1. Hallo Anika,
    schön von Ihrem Engagement zu lesen. Werde den Blogg an meine Kolleginnen in Freiburg und an meine Tante in Masaka weiterleiten.
    Freue mich, wenn Sie im Oktober die Logopädieausbildung in Freiburg beginnen.
    Herzlich
    Karl Schneider

    1. Ani says: Antworten

      Hallo Herr Schneider,
      Danke, dass Sie sich Zeit für meinen Blog genommen haben.
      Ich freue mich, Sie und Ihre Kollegen im Sommer kennenzulernen!
      Liebe Grüße
      Anika

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